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Hirndoping

Tipps und Infos zum Thema Hirndoping

icon-tippWissen

Die Prüfungen rücken näher, die Zeit rennt und mit dem Lernstoff kommst du kein Stück voran? Da ist es doch für den ein oder anderen verlockend, die Konzentration oder Merkfähigkeit mit ein, zwei Pillen zu erhöhen - oder etwa nicht?

Durch die Medien ist der Missbrauch von Medikamenten im Studium vor allem unter dem Begriff Hirndoping oder Neuroenhancement bekannt. Beim Hirndoping soll die Lernfähigkeit mit sogenannten Smart-Pills verbessert werden. Missbraucht werden in erster Linie Medikamente, die eigentlich für Krankheiten wie ADHS, Alzheimer oder Narkolepsie entwickelt wurden.

 

Um die Zeit bis zur Prüfung „effektiv“ zu nutzen, halten sich manche mit Aufputschmitteln wie Amphetaminen die ganze Nacht wach. Andere nutzen Beruhigungsmittel, um die aufkeimende Prüfungsangst chemisch auszuschalten.

Zwischen 4 % und 20 % der Studis hatten in einer Befragung aus dem Jahr 2015 angegeben, im Jahr zuvor verschreibungspflichtige Medikamente zur Leistungssteigerung eingenommen zu haben [1]. Weil sie besser lernen, oder auf schnellem Weg die Prüfungsangst loswerden wollten.

 

Aber was sind das für Medikamente? Wie und wo wirken sie im Körper? Was sind Risiken und Nebenwirkungen? Und ist Doping an der Uni eigentlich Fair Play?


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Benjamin Jonas, Fabian Leuschner (delphi)

Quellenangaben

 

[1]Middendorff, E., Poskowsky, J. & Becker, K. (2015). Formen der Stresskompensation und Leistungssteigerung bei Studierenden. Wiederholungsbefragung des HISBUS-Panels zu Verbreitung und Mustern studienbezogenen Substanzkonsums. Forum Hochschule 4/2015. Verfügbar unter: http://www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201504.pdf

 

icon-tippWirkung

Bei vielen Mitteln entwickelt sich eine Toleranz gegenüber dem Wirkstoff. Dann heißt es „mehr davon“, damit die Wirkung eintritt. Dabei steigt das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen, wie z.B. einer psychischen oder körperlichen Abhängigkeit.

 

Insbesondere die psychische Abhängigkeit stellt bei vielen Substanzen eine Gefahr dar. Wenn die Tablette bei der letzten Prüfung die Angst genommen hat, wie soll die nächste Prüfung dann ohne überstanden werden? Und war das eigentlich „meine Leistung“ oder war tatsächlich nur die Pille smart? [1]

 

Zu den bekanntesten Smart-Pills gehört das Medikament Ritalin. Dessen Hauptbestandteil  Methylphenidat hilft Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ihren Alltag zu meistern. Was wenige wissen: Methylphenidat ist chemisch dem Aufputschmittel Amphetamin sehr ähnlich. Mehr dazu…

 

Auch Galantamin, Memantin und Donepezil sollen mutmaßlich die Leistungsfähigkeit steigern. Was sich anhört wie Charaktere aus „Der Herr der Ringe“ sind Wirkstoffe in sogenannten Antidementiva. Diese Mittel sind zwar zur Behandlung von Alzheimer zugelassen, haben aber bei gesunden Probanden nur sehr geringe Effekte. [2]

 

Das verschreibungspflichtige Medikament Modafinil wird mitunter ohne medizinische Indikation eingenommen um Müdigkeit zu bekämpfen. Im Gegensatz zu anderen Aufputschmitteln wie Kokain oder Amphetamin ruft Modafinil keinen Rausch hervor. Eingesetzt wird Modafinil jedoch eigentlich für die Behandlung von Narkolepsie, einer Erkrankung bei der Betroffene aufgrund der Störung des Wach-Schlaf-Rhythmus jederzeit plötzlich einschlafen können. Mehr dazu…

 

Unter Studierenden, die gelegentlich Substanzen zur Leistungssteigerung oder Stressbewältigung konsumieren, ist insbesondere der Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln verbreitet. Mitunter sind dies die für die Behandlung von Angststörungen eingesetzten Benzodiazepine. Diese Medikamente dämpfen im zentralen Nervensystem die Reizweiterleitung und damit das allgemeine Erregungsniveau. Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol werden von Studierenden vergleichsweise häufig verwendet.


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Benjamin Jonas, Fabian Leuschner (delphi)

Quellenangaben

[1] DHS (2011): Hirndoping. Die Position der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. Verfügbar unter: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2011-06-20_Positionspapier_Hirndoping.pdf

[2] FitzGerald DB, Crucian GP, Mielke JB et al (2008). Effects of Donepezil on Verbal Memory After Semantic Processing in Healthy Older Adults Cognitive and Behavioral Neurology. 21(2):57-64.

icon-tippRisiken

Körper und Geist brauchen Ruhephasen, damit es nicht irgendwann zum Zusammenbruch kommt. Dein Körper signalisiert dir das durch ein Gefühl von Erschöpfung und Müdigkeit. Aufputschmittel lassen durch ihren Eingriff in die Hirnphysiologie jedoch weder Körper noch Geist zur Ruhe kommen - Langzeitfolgen unbekannt.

Nicht zuletzt führt Hirndoping übrigens auch zu einem moralischen Problem: Der soziale Druck auf Andere steigt, solche Medikamente auch zu nehmen. Absurd wird es, wenn die Leistungssteigerung durch Medikamente letztlich zu noch höheren Anforderungen und mehr Arbeitsbelastung führt.


Letzte Aktualisierung am: 13.02.2019
Autoren: Benjamin Jonas, Fabian Leuschner (delphi)

Selbst vermeintlich harmlose Mittel, wie verschreibungsfreie Schmerzmittel, können übrigens äußerst unangenehme Konsequenzen haben. Aufgeführte Nebenwirkungen, wie Magen-Darm-Blutungen, Magengeschwüre oder Magendurchbrüche, werden gerne überlesen. Solche Nebenwirkungen von Medikamenten werden in Kauf genommen, wenn es um die Behandlung einer Krankheit und die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten geht. Doch lohnt es sich für Gesunde, solche Risiken einzugehen?

 

Ganz klar: Es geht auch ohne medikamentöses Hirndoping! Und ganz ohne Alternativen stehst du nicht da: Kaffee hilft notfalls durch das Nachmittagstief und eine Dosis an Glückshormonen bekommst du z.B. beim Sport und durch eine ausgewogene Ernährung.

 

Häufig ist es aber auch nicht ganz so einfach mit dem Druck an der Uni und im Privatleben klarzukommen. Wenn du also Fragen zum Thema hast oder Hilfe brauchst, um dein Studium auch ohne pharmazeutische Selbstversuche anzugehen, lass dich von der Masterplan Beratung oder in einer Beratungsstelle vor Ort beraten.


Letzte Aktualisierung am: 13.02.2019
Autoren: Benjamin Jonas, Fabian Leuschner (delphi)
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