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Alkohol

Tipps und Infos zum Thema Alkohol

icon-tippWissen

Geburtstage, Betriebsfeiern, Fasching, Sylvester – kaum ein gesellschaftlicher Anlass kommt ohne alkoholische Getränke aus. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. konsumiert jeder Mensch in Deutschland  – statistisch gesehen - jedes Jahr etwa 105 Liter Bier, dazu 5 Liter Schnaps sowie 25 Liter Wein und Schaumwein. [1] Die Gesamtmenge (135 Liter) entspricht einer gut gefüllten Badewanne.

In einer repräsentativen Erhebung aus dem Jahr 2015 hatten 88 % der 18- bis 25-jährigen im zurückliegenden Jahr Alkohol konsumiert. Etwa ein Drittel trinkt regelmäßig, also mindestens einmal pro Woche, Alkohol. Bei Studierenden ist der regelmäßige Alkoholkonsum, im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen, sogar am weitesten verbreitet. [2]

 

Etwa jeder siebte junge Erwachsene (14,5 %) konsumiert so viel Alkohol, dass die Grenzwertempfehlungen für Erwachsene überschritten werden. Demnach sollten Frauen nicht mehr als 10-12 Gramm Reinalkohol pro Tag (bspw. 0,1 Liter Wein) und Männer nicht mehr als 20-24 Gramm Reinalkohol pro Tag (bspw. 0,5 Liter Bier) konsumieren. Zudem sollten mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingehalten werden. [3],[4]

 

Der Konsum von Alkohol unterliegt zwar einigen Bestimmungen (z.B. dem Jugendschutzgesetz), ist aber zu vielen Gelegenheiten weitestgehend gesellschaftlich akzeptiert. Ist Alkohol also ungefährlich? Wann ist der Konsum bedenklich?


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

Quellenangaben

[1] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS): Daten/ Fakten zu Alkohol.

[2] Orth, B. (2017). Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Alkoholsurveys 2016 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

[3] Seitz & Bühringer (o.J.). Empfehlungen des wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS zu Grenzwerten für den Konsum alkoholischer Getränke.

[4] DGE e.V., ÖGE, SGE, SVE (Hrsg.). 2012. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 1. Auflage, 4., korrigierter Nachdruck, Neustadt. 251 Seiten, ISBN: 978-3-86528-128-9

icon-tippWirkung

Alkohol gelangt überwiegend über die Schleimhäute des Dünndarms in den Blutkreislauf. Trinkgeschwindigkeit, Körpergewicht und Geschlecht beeinflussen, wie viel Alkohol vom Körper aufgenommen wird. [1]

 

Da der Körper von Männern mehr Wasser und der von Frauen mehr Fettgewebe enthält, erreichen Frauen deutlich schneller eine höhere Blutalkoholkonzentration. Sie sind also auch schneller betrunken. [2],[3] Nicht zuletzt deshalb werden für Männer und Frauen unterschiedliche Grenzwerte für einen risikoarmen Alkoholkonsum empfohlen.

 

Der Rausch tritt ein, weil Alkohol im Gehirn den Neurotransmitter Dopamin freisetzt – ähnlich wie viele andere Drogen. Zudem wirkt Alkohol durch die Hemmung von GABA-Transmittern auch angstlindernd und beruhigend.


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

Der vom Körper aufgenommene Alkohol wird relativ konstant mit etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde abgebaut.

Akute Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sind Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeine Schwäche – verursacht unter anderem durch Stoffe die beim Alkoholabbau entstehen. [1]

Für die Ernährung ist übrigens die hohe Energiedichte von Alkohol von Bedeutung. Mit 7 kcal/g ist der Energiegehalt von Alkohol fast so hoch wie der von Fett (9 kcal/g). Zudem wirkt Alkohol appetitsteigernd und kann somit zur Entstehung von Übergewicht beitragen. Auch das Bier oder der Sekt auf der nächsten Party sollten also in die Energiebilanz einbezogen werden. [2]


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

icon-tippRisiken

In Deutschland zeigen etwa 8 Millionen Menschen einen riskanten Alkoholkonsum [1]. Dabei steigen sowohl die durch den akuten Rausch entstehenden Risiken als auch das Risiko für die Entstehung von Folgeerkrankungen.

 

Wird Alkohol nicht täglich, dafür aber in großen Mengen konsumiert, wird vom Rauschtrinken oder auch „Binge Drinking“ gesprochen. Im Vergleich zum moderaten Konsum steigt dabei das Risiko für Unfälle, Verletzungen und Alkoholvergiftungen massiv an. Häufiges Rauschtrinken ist auch unter Studis relativ weit verbreitet: Etwa jeder Zehnte hat sich in den letzten 30 Tagen viermal oder noch öfter gezielt „abgeschossen“. [2]

Unter Alkoholeinfluss kommt es, aufgrund der enthemmenden Wirkung, vermehrt zu aggressivem Verhalten. Im Straßenverkehr verursacht Alkohol überdurchschnittlich schwere Unfälle, oft mit tödlichen Folgen. Extreme Mengen Alkohol, die beispielsweise bei Trinkspielen konsumiert werden, können lebensgefährlich werden. Ab etwa 3,0 Promille droht Bewusstlosigkeit, ein Atemstillstand kann eintreten.


Letzte Aktualisierung am: 13.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

Quellenangaben

 

[1] Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Drogen- und Suchtbericht 2017.

[2] Orth, B. (2017). Der Alk

Wer nach einer durchzechten Nacht schon mal einen Blackout erlebt hat, dem dürfte klar sein, dass Alkoholkonsum massive Auswirkungen auf das Gedächtnis haben kann. Große Mengen Alkohol stören, zumindest bei einigen Menschen, die Informationsverarbeitung und-speicherung im Hippocampus. Die Folge: die letzte Nacht kann nicht mehr erinnert werden. [1]

 

Studien an Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten zudem zeigen, dass vermehrtes Rauschtrinken die Größe des Hippocampus beeinträchtigt. In Gedächtnistests erreichten trinkende Jugendliche schlechtere Ergebnisse als ihre Altersgenossen. Auch die „weiße Substanz“ kann durch das Rauschtrinken beschädigt werden. Sie isoliert die Nervenfasern und sorgt für eine störungsfreie Reizweiterleitung.

 

Die Studien machen deutlich: Übermäßiger Alkoholkonsum hat einen negativen Einfluss insbesondere auf die Entwicklung des Gehirns. Und diese ist nicht bereits in der Kindheit, sondern erst im Alter von etwa 25 Jahren abgeschlossen


Letzte Aktualisierung am: 13.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

Quellenangaben

[1] Drugcom.de „Blackout durch Alkohol“.

Langfristig schädigt Alkoholkonsum vor allem die Leber und das Nervensystem, erhöht aber auch das Krebsrisiko. Das gesundheitliche Risiko von übermäßigem Alkoholkonsum ist tatsächlich groß: Von den Männern in Deutschland, die im Alter von 35 bis 65 Jahren sterben, stirbt jeder vierte an den Folgen von Alkoholkonsum. Der Alkoholkonsum stellt nach Tabakkonsum [Link zu Rauchen] und Bluthochdruck das dritthöchste Risiko für Krankheit und Tod dar. Zudem ist die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ bei Männern in Deutschland der häufigste Behandlungsanlass in Krankenhäusern. [1]

 

Wer regelmäßig trinkt, braucht übrigens mehr Alkohol, um einen Rausch zu erleben. Denn der Körper gewöhnt sich an den Alkohol. Die schädliche Wirkung des Alkohols auf den Körper besteht jedoch unabhängig vom erlebten Rausch! Wer viel verträgt und entsprechend trinkt, schädigt sich also auch mehr.

 

Ob aus einem regelmäßigen Alkoholkonsum eine Abhängigkeit wird, hängt sowohl von körperlichen und sozialen als auch von psychischen Faktoren ab. In der Wissenschaft wird deshalb vom bio-psycho-sozialen Modell gesprochen. Wie verbreitet der Alkoholkonsum im sozialen Umfeld ist, hat beispielsweise einen zentralen Einfluss auf die eigene Trinkhäufigkeit und –menge. Körperliche und psychische Faktoren spielen hingegen eine wichtige Rolle bei der individuell erlebten Wirkung des Alkohols und der Aufrechterhaltung eines problematischen Konsums.7 Einer Abhängigkeit gehen dabei in der Regel mehrere Jahre schädlicher Konsum voraus.

 

Die zentralen Merkmale einer Alkoholabhängigkeit sind [2]:

  • starkes Verlangen oder eine Art innerer Zwang Alkohol zu konsumieren
  • verminderte Fähigkeit den Konsum zu kontrollieren
  • zunehmende Wichtigkeit des Alkoholkonsums gegenüber anderen Aktivitäten
  • fortgeführter Konsum trotz negativer Konsequenzen
  • Toleranzentwicklung und damit einhergehende Dosissteigerung
  • auftreten körperlicher Entzugserscheinungen
     

Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)

Quellenangaben


[1] DHS Factsheet (Stand: 02/2017): Alkohol und gesundheitliche Risiken.

[2] ICD-11: Alcohol dependence.

Fazit: Alkohol ist de facto ein Gift. Auch wenn er, versteckt in Bier, Wein oder Longdrinks, gut schmecken mag und Laune macht. Den eigenen Alkoholkonsum bewusst zu reflektieren ist wichtig, um die Risiken zu minimieren.

Wenn du prüfen willst, ob dein Alkoholkonsum noch im Rahmen ist, empfehlen wir den Alkohol-Selbsttest!

Möchtest du etwas an deinem Trinkverhalten ändern? Dabei hilft dir das zweiwöchige Online-Programm „Change Your Drinking“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).


Letzte Aktualisierung am: 13.02.2019
Autoren: Fabian Leuschner, Benjamin Jonas (delphi)
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