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"Ich nehme gerne Partydrogen aller Art"

Speed, Ketamin, Ecstasy und Alkohol: Frank Immerbunt*, 25 Jahre, berichtet im Interview von seinen Erfahrungen aus dem Berliner Nachtleben.

 

Wann hast du das erste Mal Partydrogen genommen? Welche waren es und wie kam es dazu?

Ich habe schon mit 13-14 Jahren sehr gerne gefeiert. Damals beschränkten sich meine Drogenerfahrungen auf Alkohol, Gras und Pilze. So mit 17 habe ich angefangen Techno statt Reggae zu hören. Da wurden die Partys exzessiver und damit auch der Drogenkonsum. Mit manchen Freunden habe ich ab und zu gekokst, aber das hat mich nicht so angesprochen. Speed und Pillen hingegen sehr, später auch Ketamin. Viele Wochenenden haben wir durchgefeiert.

 

Was fandst du daran besonders angenehm?

Es war eine spaßige Zeit. Die Drogen und die Musik waren gut und die Zusammengehörigkeit noch viel besser. Es hat den Freundeskreis noch enger zusammengebunden. Zusammen feiern, sich umeinander kümmern (auch bei Abstürzen), aufeinander achtgeben und sich gleichzeitig jung und doch erwachsen fühlen. Wir haben auch zusammen Drogen eingekauft / verkauft und damit Geld gespart bzw. auch verdient. Dabei stand aber immer im Vordergrund, dass man einander zu geilen Partyerlebnissen verhilft.

 

Wie kam es, dass du diese Substanzen wiederholt konsumiert hast?

Das war keine Frage: Es hat ja Spaß gemacht. Bunte Pillen für die Laune und zum Schabernack treiben, Speed zum Durchhalten, Alkohol gegen die Hemmungen und Gras, um wieder runterzukommen. Jedes Wochenende, aber nie unter der Woche, außer Gras - das haben wir täglich geraucht.

 

Wann hast du sie konsumiert?

Eigentlich wirklich nur auf Partys. Manchmal auch in Situationen, wo es überhaupt nicht passt, um mal was Neues auszuprobieren – z.B. auf Stadtrundfahrten (den Touris auf den Sack gehen), oder in Ausstellungen, aber meistens nur, um das Berliner Nachtleben unsicher zu machen.

 

Wann hast du gemerkt, dass du deinen Konsum von Partydrogen runterfahren solltest?

Es gab mal eine Zeit, in der ich jedes Wochenende große Mengen MDMA und/oder Ecstasy konsumiert habe. Nach ca. 3 Monaten fiel mir auf, wie vergesslich ich geworden bin. Das hat mich erschreckt!

Erst konnte ich mich nicht an die Wochenenden, die Partys, die Leute oder die Musik erinnern. Dann wurde es immer schlimmer und ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, was ich am Vortag gemacht habe oder zum Frühstück gegessen habe! Wenn ich nach dem Feiern nach Hause gekommen bin, wusste ich nicht mehr, in welchem Club ich tanzen war. Da habe ich ein halbes Jahr keine Chemie mehr genommen. Nur noch täglich Gras.

 

Und dein Cannabiskonsum? Wann hast du gemerkt, dass du weniger kiffen solltest?

Ich habe mein Studium abgeschlossen und stand nun vor der Herausforderung, mich als selbstständiger Filmemacher zu etablieren. Ich habe zwar während meiner Schulzeit, meines Abiturs und dem Studium täglich gekifft - aber das ging, weil mir vorgeschrieben wurde, was ich zu tun hatte. Jetzt, wo ich auf mich selbst gestellt war, hat mich das Gras daran gehindert, den nötigen Antrieb aufzubringen produktiv zu werden.

Außerdem habe ich gemerkt, dass ich durch den Graskonsum viele „negative“ Gefühle unterdrücke bzw. „weg rauche“. Und das seit meiner Teeniezeit, der wohl gefühltechnisch abgefahrensten Zeit überhaupt! Der Auslöser für diese Erkenntnis war jüngst die Trennung von meiner Freundin. Ich glaube, durch die ganze Kifferei bin ich emotional nicht so reif, wie ich es sein könnte.

 

Wie sieht dein Partydrogenkonsum aktuell aus?

Ich nehme gerne Partydrogen aller Art, aber ich tue es in Maßen und sehr bewusst nur am Wochenende. Ich nehme auch nicht immer dieselbe Substanz. Manche Wochenenden Alkohol und Speed, an anderen Wochenenden Alkohol und Ketamin. Ab und zu wird danach gekifft. An manchen Wochenenden gar nichts. Der einzige Begleiter wirklich jeder Partynacht ist der Alkohol und das ist ja wirklich schlimm genug!

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